Vom großen Haushalt in die kleinere Wohnung
Der schwierige Teil eines Umzugs im Alter ist selten das Tragen. Er liegt davor, bei der Frage, was von vierzig oder fünfzig Jahren Haushalt in achtundfünfzig Quadratmeter passt. Wer diese Entscheidung auf den Umzugstag verschiebt, trifft sie unter Zeitdruck und im Beisein fremder Leute, und das geht regelmäßig schief. Deshalb trennen wir beides: erst sortieren, dann umziehen. Zwischen beiden Schritten dürfen ruhig ein paar Wochen liegen.
Praktisch heißt das, mit dem Grundriss der neuen Wohnung anzufangen und nicht mit den Kartons. Welche Möbel passen tatsächlich hinein, wie lang ist die Wand für das Sofa, geht der alte Kleiderschrank überhaupt durch die neue Tür. Wenn diese Fragen beantwortet sind, ergibt sich die Liste der Stücke, die mitkommen, fast von selbst, und die Sortierarbeit hat plötzlich einen klaren Maßstab statt eines Bauchgefühls.
Für alles Weitere gilt eine einfache Reihenfolge: Was täglich gebraucht wird, kommt mit. Was an einer Person hängt, kommt mit, auch wenn es unpraktisch ist. Was nur aufbewahrt wurde, weil es einmal teuer war, kommt in die dritte Gruppe und wird zuletzt entschieden. Diese dritte Gruppe ist die größte, und sie ist der Grund, warum Sortieren so viel Zeit kostet.
Umzug ins betreute Wohnen oder in eine Einrichtung
Bei einem Umzug in eine Einrichtung ist der Platz eng begrenzt und häufig auch vorgegeben, was mitgebracht werden darf. Klären Sie vorab, ob eigene Möbel erlaubt sind, welche Maße das Zimmer hat und ob ein Pflegebett gestellt wird, denn das entscheidet über das eigene Bett. Wir richten die Planung danach aus und laden nur, was auch wirklich hineinpasst. Alles andere geht getrennte Wege.
Der Ablauf unterscheidet sich außerdem im Zeitplan. Einrichtungen haben Zeiten, zu denen angeliefert werden kann, und Wege, die währenddessen frei bleiben müssen. Wir stimmen uns vorher mit der Verwaltung ab, damit der Wagen nicht vor verschlossener Tür steht. Das ist ein Anruf mehr im Vorfeld und spart am Tag selbst regelmäßig eine Stunde Wartezeit, die sonst niemandem nützt. Wer diese Absprache überspringt, steht im schlechtesten Fall mit voller Ladung vor einem belegten Aufzug.
Wichtig ist uns, dass am Abend nicht ein Zimmer voller Kartons steht. Bett, Sessel, Nachttisch, Lampe und die persönlichen Dinge kommen zuerst an ihren Platz, damit der erste Abend im neuen Zimmer nicht in einer Baustelle stattfindet. Was noch nicht ausgepackt ist, kann warten. Was zum Schlafen, Sitzen und Zurechtfinden gebraucht wird, kann es nicht. Dazu gehören auch Brille, Medikamente, Fernbedienung und das Telefon, und die packt man am besten in einen eigenen, deutlich beschrifteten Karton.
Was mit den Sachen passiert, die nicht mitkommen
Für alles, was nicht in die neue Wohnung passt, gibt es drei Wege, und man muss sich nicht sofort für einen entscheiden. Der erste ist die Weitergabe in der Familie, der zweite die Einlagerung auf Zeit, der dritte die Entrümpelung. Die Einlagerung ist der Puffer für alle, die noch nicht entscheiden wollen: Lagerfläche mit fünf Kubikmetern kostet ab 9 Euro am Tag, zehn Kubikmeter ab 15 Euro, zwanzig Kubikmeter ab 25 Euro.
Der Puffer hat allerdings eine Rechnung, die man kennen sollte. Zwanzig Kubikmeter über ein halbes Jahr kosten mehr als die meisten der eingelagerten Möbel wert sind. Einlagerung ist deshalb sinnvoll als Brücke über einige Wochen, etwa bis die neue Wohnung fertig ist oder bis die Familie entschieden hat. Als Dauerlösung ist sie fast immer die teuerste der drei Möglichkeiten, und das sagen wir auch.
Der Rest wird geräumt. Wir rechnen das nach Kubikmetern ab 39 Euro ab oder, wenn nur einzelne Stücke wegsollen, nach Aufwand ab 15 Euro je Stunde. Das Hinbringen und spätere Zustellen von eingelagerten Sachen kostet ab 89 Euro je Fahrt. Alles, was noch brauchbar ist, sortieren wir aus, statt es pauschal wegzuwerfen. Was davon in der Familie weiterverwendet wird, fahren wir auf demselben Weg zur zweiten Anschrift, wenn sie am selben Tag erreichbar ist.
- Weitergabe in der Familie: kostet nichts außer Absprache
- Einlagerung ab 9 Euro am Tag für fünf Kubikmeter
- Hinbringen und späteres Zustellen ab 89 Euro je Fahrt
- Entrümpelung ab 39 Euro je Kubikmeter
- Einzelne Stücke räumen und wegfahren ab 15 Euro je Stunde
- Brauchbares wird aussortiert und nicht pauschal entsorgt
Der Umzugstag selbst: Tempo, Pausen, Ansprechperson
Ein Umzug ist für ältere Menschen vor allem anstrengend, und zwar nicht körperlich, sondern weil an einem Tag sehr viel gleichzeitig passiert. Wir arbeiten deshalb mit einer festen Ansprechperson, die von der Anfrage bis zum Aufbau dieselbe bleibt. Sie erklärt, was als Nächstes kommt, und fragt nach, bevor etwas eingepackt wird, bei dem sie sich nicht sicher ist. Das kostet ein wenig Zeit und verhindert die meisten Missverständnisse.
Genauso wichtig sind Pausen und ein Platz zum Sitzen, der bis zuletzt stehen bleibt. Wir laden deshalb einen Sessel und einen kleinen Tisch als Letztes ein und bauen sie am Zielort als Erstes wieder auf. Wer den ganzen Tag zwischen Kartons steht, ist am Nachmittag zu erschöpft, um noch Entscheidungen zu treffen, und genau dann wird weggeworfen, was eigentlich bleiben sollte.
- Erstes Gespräch in Ruhe, gern im Beisein von Angehörigen
- Möbelplan für die neue Wohnung, daraus die Liste, was mitkommt
- Sortieren in den Wochen davor, in mehreren kurzen Etappen
- Packen, empfindliche und persönliche Dinge zuletzt und getrennt
- Umzugstag: erst Bett und Sitzplatz, dann der Rest
- Am Abend stehen Bett, Sessel, Lampe und das Bad benutzbar
- Danach in Ruhe auspacken, Leergut und Leihmaterial holen wir ab
Wenn Angehörige den Umzug aus der Ferne organisieren
Häufig ruft nicht die umziehende Person an, sondern die Tochter oder der Sohn, oft von weiter weg. Dann läuft die Abstimmung über zwei Kanäle, und genau daran scheitern viele Umzüge. Unsere Lösung ist unspektakulär: Wir schreiben nach der Besichtigung alles auf, was besprochen wurde, und schicken es an beide Seiten. So lesen alle dasselbe, und niemand muss sich auf ein Telefonat von vorletzter Woche berufen.
Für die Besichtigung selbst ist es gut, wenn eine Person aus der Familie dabei ist, notfalls per Telefon zugeschaltet. Bei dem Termin fallen die Entscheidungen, die später den Preis und den Ablauf bestimmen, und die trifft man besser zu zweit. Wir nehmen uns dafür die Zeit und drängen nicht auf einen schnellen Abschluss, weil ein übereilter Auftrag am Umzugstag teurer wird als ein gründliches Gespräch.
Vollmachten, Schlüsselübergaben und die Frage, wer am Umzugstag vor Ort ist, klären wir schriftlich vorab. Wenn Angehörige nicht anreisen können, reicht eine benannte Vertrauensperson mit Telefonnummer. Erreichbar sind wir für solche Absprachen Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr, Anfragen über das Formular gehen jederzeit ein und werden am nächsten Werktag beantwortet. Eine kurze Nachricht mit Namen und Telefonnummer genügt, damit am Umzugstag niemand vor einer verschlossenen Tür wartet.